Gott lebt in Brüssel…

und ist ein Arschloch!

So lässt sich die belgische Komödie „Das brandneue Testament“ von  Jaco Van Dormael am besten zusammenfassen.

Der Film handelt jedoch weniger von Gott und dem Verhältnis zu seiner Tochter, sondern von deren Rebellion gegen den Vater. Gott als Misanthropen zu betrachten ist eine Verharmlosung. Seine Tochter sieht nur noch eine Chance – sie offenbart den Menschen ihre Sterblichkeit und ergreift die Flucht …

Van Dormael hat einen skurrilen aber liebenswerten Film über Gott, seine Tochter und die Menschen inszeniert, die mit ihrem Tod konfrontiert werden. Dabei ist diese Konfrontation nicht einmal bedrohlich sondern im Gegenteil – es befreit die Menschen aus dem engen und starren Korsett der Gesellschaft.

Zwar mag der ein oder andere überzeugte Christ sich durch solche Filme in seinem Glauben angegriffen fühlen, für mich persönlich ist dieser Film jedoch religiöser und christlicher als dass, was viele Vertreter der christlichen Institutionen uns tagtäglich verkünden und predigen.

„Das brandneue Testament“ ist eine der kleinen Perlen, die das europäische Kino regelmäßig hervorbringt und ist auf jeden Fall zu empfehlen.

 

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365 Days of Ricoh

Auf den ersten Blick ist mein Fotoprojekt “365 Days of Ricoh” ein Fiasko, trotzdem betrachte ich es nicht als gescheitert.

Day 122 - ColonnadeDie größte Herausforderung war es, täglich ein interessantes Motiv zu finden und zu fotografieren. Oft scheiterte es am Faktor Zeit beziehungsweise an meinem Unwillen eine kurze Pause zum Fotografieren einzulegen. Auch hat mich meine Entscheidung nur die Ricoh GR für das Projekt zu nutzen stark eingeschränkt. Die Ricoh ist ideal für die Landschafts- und Straßenfotografie aber für Konzerte oder Veranstaltungen fand ich die GR mit einer Brennweite von 18,3mm (Blende f2.8) zu weitwinklig und zu lichtschwach.

Die Vorteile der Ricoh sind ihr kompaktes und robustes Gehäuse, die sehr intuitive Bedienung und das sehr scharfe Objektiv. Gerade als Reise- und Reportagekamera fand ich die Ricoh, in Kombination mit einer Eye-Fi-Karte und dem iPad, ideal. Was mir persönlich fehlte war der Sucher, wobei ich – trotz Festbrennweite – einen elektronischen Sucher einer optischen Lösung vorziehen würde.

Bandra Station, Mumbai

Aber zurück zum Projekt; neben der Zeit war die Motivauswahl eine große Herausforderung. Ohne täglich durch die Stadt zu ziehen um neue Ecken und Objekte zu entdecken, gehen einem früher oder später die Motive aus. Doch als Berufstätiger, der 99% seiner Arbeitszeit am Schreibtisch verbringt, sind Fototouren eher selten. Auch fehlte mir oft die Zeit die Fotos zu bearbeiten und zu veröffentlichen. Inzwischen befinden sich hunderte unbearbeiteten Fotos auf meinem iPad, die seit Juni auf ihre Veröffentlichung warten. Irgendwann, vielleicht Morgen oder am Tag danach, werde ich mich hinsetzen und die Bilder bearbeiten und nachträglich auf 365 days of ricoh veröffentlichen.

AnsharparkTrotzdem hat das Projekt mir viel gebracht: die Ricoh GR beherrsche ich inzwischen fast blind, ich kenne meine fotografischen Schwächen und Stärken besser und weiß, welche Genres mich interessieren beziehungsweise welche Stilrichtungen ich in den nächsten Monaten und Jahren ausprobieren und entdecken will. Dazu gehört unter anderem die Portrait- und die Urbex-Fotografie.

Das Jahr 2016 sollte daher fotografisch interessant werden…

Chineasy

Seit meiner Kindheit fasziniert mich China. Das erste Buch, welches mir China näher brachte, war ein Buch über eine Expeditionsreise von Audi durch China. Es folgten Abenteuerromane, Reiseberichte und historische Berichte über das Reich der Mitte, bis ich 1994 die Chance nutzte und nach China reiste.

Nach dem Abitur beabsichtigte ich eigentlich irgendetwas mit Chinesisch zu studieren aber letztlich entschied ich mich für Agrarwissenschaften und im Rahmen dieses Studiums war es nicht so ohne weiteres möglich an einer anderen Fakultät Chinesischkurse zu belegen. Irgendwann, als Studium und Fechten immer mehr Zeit einforderten verblasste meine Leidenschaft für dieses exotische Land und seine Kultur. Spätestens mit dem Einstieg in das Berufsleben war China nur noch ein Land weit weg vom hier und jetzt.

Bis ich im Rahmen einer Präsentation über TED-Talks auf folgendes Video von ShaoLan Hsueh gestoßen bin, welches meine Neugier an China und seiner Sprache erneut weckte…

Ich überlege mir ernsthaft dem Chinesischen beziehungsweise mir eine neue Chance zu geben. Chineasy wäre zumindest ein interessantes Projekt für die kalte Jahreszeit.

Boys In The Street

Ein sehr emotionaler von Greg Holden, einem schottischen Singer-Songwriter, der seit 2009 in New York lebt.

(C) AR 2012
Greg Holden im Kieler Orange Club, Mai 2012

Das erste Mal sah ich Greg vor drei Jahren im Kieler Orange Club. Bereits damals begeisterte mich seine Musik. Seine erste Single-Chartplatzierung gelang ihm mit der Single „The Lost Boy“. Mit „Boys in the Street“ veröffentlicht er einen sehr mitreißenden Song, der die Geschichte eines Jungen, dessen sexuelle Orientierung zum Konflikt mit dem Vater führt, erzählt.

Für mich ist Greg Holden, der mit seinen sehr nachdenklichen Liedern das Publikum zu begeistern weiß, ein Künstler von dem man in Zukunft noch mehr sehen und hören wird.

Die Nikon F3 als Filmkamera

Seit einigen Jahren kann man digitale Spiegelreflexkameras auch als Videokameras nutzen. Dass das Finale der US-Serie „Dr. House“ mit der Canon EOS 5D Mark II gefilmt wurde, war sogar eine Pressemitteilung wert. Inzwischen gehören digitale Spiegelreflexkameras zum Standardequipment und werden sowohl bei kleinen Independentfilmen als auch bei Blockbustern wie „Mad Max: Fury Road“ eingesetzt.

Was wenige wissen ist, dass bereits in den 80ern Spiegelreflexkameras für Filmproduktionen genutzt wurden. Das Special Effects Team von Industrial Light & Magic hat für „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ eine Nikon F3 modifiziert um die Szene zu filmen, in der Indiana Jones mit seinen beiden Gefährten in einen Minenwagen springt.

Auf Youtube existiert ein 8 minütiger Clip, in welchem unter anderem George Lucas über die damaligen Dreharbeiten berichtet. Das Video bietet einen interessanten Einblick in eine Zeit, als es die Bluescreen-Technik noch nicht gab und aufwendige Kulissen und Modellbau für die Realisierung von Filmen gang und gebe waren.

Für Film- und Kinofans ist der Clip ein absolutes muss.

Kieler Woche 2015

Die Kieler Woche ist nicht nur eines der größten Segelsportereignisse der Welt, sie hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem zehntägigen Open-Air-Festival entwickelt. Für mich die ideale Gelegenheit ohne großen Aufwand oder Anfahrt das ein oder andere Konzert zu fotografieren.

TheSubways2_KiWo_AR2015 Die Kieler Woche ist auch die erstbeste Gelegenheit das neue EF 50mm f/1.8 STM zu testen. Im Vergleich zum Vorgänger mit seinem langsamen, unpräzisen und sägenden Stangen-AF fokussiert das neue Nifty Fifty mit seiner STM-Autofokusmotor deutlich schneller und fast geräuschlos. Auch bei suboptimalen Lichtverhältnissen ist der Autofokus weitaus treffsicherer geworden, womit die Konzertfotografie, auch in dunklen Veranstaltungsräumen, deutlich mehr Spaß macht.

Anbei ein paar Eindrücke von einigen Auftritten, die ich in den letzten Tagen besucht habe:

Ein ausführlicher Bericht über das EF 50mm f/1.8 STM folgt nach der Kieler Woche.

Fundstücke 3.2014

Den ganzen Tag irrwitzigen Quatsch reden und dafür von der Öffentlichkeit bezahlt werden: der Erzbischof und ich!
Jan Böhmermann, Sep 26

‚…am ende will man einfach nur einen kaffee miteinander trinken. so ist es doch.‘
waxmuth, Sep 23

Heute vor 28 Jahren war US-Premiere von Alf. Das Idol meiner Jugend: den ganzen Tag futtern, Sprüche kloppen und seine Mitmenschen nerven.
Bastian, Sep 22

Schicke der Frau über Google Kalender Termineinladungen wie „Wollen wir gleich ins Bett?“ und sie bestätigt mit „Ja, Nein oder vielleicht.“
Mahatma Pech, Sep 20

Irgendwann schreibe ich eine TV-Kritik nur auf Grundlage eurer Tweets. Ohne, dass ich auch nur einmal den Fernseher einschalte. #buvisoco
Julia Rieke, Sep 20

„Mama glaubst du echt ich esse vegetarisch!“
„orrr leg halt n Stück Salami drauf dann ist es wieder Okay!“
Katha_Rina, Sep 15

Na, was habe ich verpasst? (Außer Pathos, Empörung und Halbwissen?)
Lumpy Space Zarin, Sep 14

Immer wenn ich so Verschwörungstheoretiker höre, freue ich mich, dass Leute verrückter sind als ich.
Tiny Tiia, Sep 13

Wenn bei Gewitter Leute in einer Facebook Gruppe fragen: „was war das grad für ein Lärm draußen?“ – dann muss ich doch am Menschen zweifeln.
Andi Hörn, Sep 6

Twitterstreik? Das schürt in mir meine alte Befürchtung:
Ich bin der einzige, der für den Quatsch hier nicht bezahlt wird, oder?
Jan Gronenthal, Sep 2

Als ich ihm sagte, dass ich morgen wieder arbeiten muss, kotzte mein Kater mir vor die Füße. Besser hätte ich es auch nicht sagen können.
Frau ohne Sofa, Aug 31

Klar ist es scheiße für einen Baum, als Bushido-Poster zu enden. Aber manch Millionen Jahre altes Wasser wird zu Bitburger.
Maori, Aug 11

Das mit dem Lachverbot für Frauen befürworte ich. Ich fühle mich immer in meiner Männlichkeit beschränkt, wenn sie mich im Bett auslachen.
Jan Leutert, Aug 8

Fehlende Intelligenz zeigt sich häufig durch Teilnahme an aus 5 Fragen bestehenden IQ-Tests von Datensammelseiten.
Words like swords, Aug 6

Nach heute: Nehmt euren Feminismus und macht was ihr wollt. Lasst mich aber in Ruhe damit. Ich bin Atheistin.
Tiny Tiia, Aug 5

Facebook empfiehlt mir „Putzfrauen online buchen“ und „Schneller Gewicht abnehmen“. Ich klebe erst mal die Kameralinse zu.
Herr haekelschwein, Aug 3

Der Unterschied ist natürlich wie man Praktika sieht: Als möglichst billige Arbeitskräfte oder als Testbasis für künftige Fachkräfte.
Marcel Weiss, Jul 9

„Deutschlands begehrtester Jungeselle nach Til Schweiger“ ist ja in etwa so wie „Deutschlands bescheidenster Bischof nach Tebartz-van Elst“.
Marie von den Benken, Jul 7

Fundstücke 2.2014

„Extremisten rufen Gottesstaat aus.“ Warum macht Gott das nie selbst? Hat der keine Zeit für so was oder ist er da nicht für?
Herr haekelschwein, 29. Juni

Wenn uns nichts größere Angst macht, als Fußball feiernden Fans, dann haben wir es ja eigentlich ziemlich gut hier.
Tiny Tiia, 26. Juni

Direkt mal die Herzdame mit einer per Email am heimischen Drucker ausgegebenen Liebesbotschaft zu Tode erschrecken: Icke.
Jörn Schaar, 25. Juni

Selfie bedeutet doch eigentlich nur, dass man kein Geld für einen Fotografen hat.
Philipp Walulis, 7. Juni

Vergesst diesen Revolutionsscheiß, sucht euch einen Menschen, der mit euch auf der Veranda sitzt und Tee trinkt..alles andere war schon mal.
blende_f4, 29. Mai

Lucke schloss eine Zusammenarbeit mit Rechtsradikalen und -populisten im EU-Parlament kategorisch aus: „Wir mögen diese Ausländer nicht.“
Hanno Zulla, 25. Mai

Um einen Überblick über das Schimpfwörter-Repertoire der Kinder zu bekommen, haben wir sie gezwungen, ihr Zimmer aufzuräumen. Hat geklappt.
Nico Lumma, 18. Mai

  • Mitarbeiter einer Werbeagentur
  • empfiehlt Kapitalismuskritik
  • aus der HuffPo
  • bei Facebook

Ich bin amüsiert.
Florian Brill, 18. Mai

Da stehen heute Nationalspieler auf dem Platz, die sind tatsächlich noch jünger als Lothars Frauen – unglaublich
Mario Basler, 13. Mai

„Verbrennt den Hexer!!!“
„Ich bin Informatiker…“
„Formatiert ihn!!!“
Ali Utlu, 5. Mai

5-Jähriger im Zug sieht eine Gruppe Halbstarker mit Solariumbräune und sagt – mit lauter Begeisterung: „Guck mal, Papi, Proleten!!“
Nordmädchen, 24. Apr.

Wissenschaftliches Arbeiten ist eigentlich nichts anderes als Klugscheißer zitieren um daraus eigene Klugscheißerei zusammenzuschreiben.
Julia Rieke, 23. Apr.

Jesus hätte Karfreitag sicher auch gerne getanzt, wenn er es nicht so mit dem Kreuz gehabt hätte.
Bruce Twarze™, 17. Apr.

Step three: If people can’t be bothered to read more than six words without a fucking infographic, maybe they’re happy being stupid.
Paul Carr , 8. Apr.

Erstmal das Feuillä… das Feuli… das Feueri… den intellektuellen Kulturscheiß lesen.
mostly harmless, 4. Apr.