Eine Monty-Pythonesque AfD-Fraktion

In Stuttgart zog die AfD mit 23 Abgeordneten in den Landtag, doch innerparteiliche Differenzen führten zur Spaltung der Fraktion.

Viele werden sich jetzt fragen, wie sich die neue Fraktion um Jörg Meuthen in Zukunft nennen wird – wird es neben der Fraktion der Alternative für Deutschland, frei nach Monty Python, eine Fraktion der Deutschländischen Alternativen geben?

Oder treten die Abtrünnigen AfDler in Zukunft als UAfD (Unabhängige Alternative für Deutschland) auf? Eine weitere Option wäre Wahre Alternative für Deutschland oder Provisorische Alternative für Deutschland.

Vermutlich ist die Alternative für Deutschland nur eine Politsatire von Martin Sonneborn und Jan Böhmermann und wir alle – insbesondere die Wähler – sind dem Projekt der beiden Satiriker gehörig auf dem Leim gegangen.

TTIP mal anders…

Zu TTIP habe ich auch weiterhin keine abschließende Meinung. Es gibt Gründe, die für ein solche Abkommen sprechen und es gibt gute Gründe, die gegen TTIP sprechen. Was mich jedoch stört, ist die sehr subjektive und einseitige politische und mediale Diskussion.

Mein Hauptkritikpunkt an TTIP ist die fehlende Transparenz, deshalb begrüße ich das aktuelle Leak und das Greenpeace diese unter TTIP leaks veröffentlicht hat. Meine Hoffnung: je mehr Menschen sich dies- und jenseits des Atlantics mit TTIP beschäftigen, desto sachlicher wird die Diskussion.

Während der morgendlichen Lektüre von SPON bin ich auf einen Beitrag zu den TTIP-Dokumenten gestoßen, der der Auslöser für diesen Blogbeitrag ist: „TTIP-Dokumente – die Fakten„. Für mich ist dieser Beitrag alles andere als neutral sondern pure Meinungsmache. Daher dieser Versuch TTIP bzw. die Fakten des SPON-Beitrags aus einem anderen Blickwinkel darzustellen:

Agrarindustrie 

  • Die EU verlangt, dass die Amerikaner Zölle auf Fahrzeuge senken und mehr Autos kaufen, die in Europa hergestellt werden. Im Gegenzug stellen sie der amerikanischen Agrarindustrie in Aussicht, EU-Zölle auf Agrarpodukte zu senken.

Internationale Schiedsgerichte

  • Die EU lehnt weiter private Schiedsgerichte ab, die Unternehmen anrufen können, wenn ausländische Regierugen ihr Eigentum durch nationale Gesetze bedrohen.
  • Die Europäer fordern transparente Schiedsgerichte. Verhandlungen sollen live im Internet übertragen werden und Vertreter von NGOs sollen an diesen Verhandlungen teilnehmen.
  • Die EU fordert, dass Berufungen gegen Entscheidungen von Schiedsgerichten möglich sind.

Genetisch modifizierte Organismen

  • Das bislang in den USA geltende Risikoprinzip, das beispielsweise genetisch modifizierte Pflanzen und Lebensmittel dann verbietet, wenn sie für Menschen und Umwelt nachweislich schädlich sind, steht in den Verhandlungen zur Disposition.
  • Die EU will das Risikoprinzip offenbar durch das Vorsorgeprinzip ersetzen. Dadurch dürfen in Europa genetisch modifizierte Pflanzen, deren Schädlichkeit wissenschaftlich nicht erwiesen wurde, nicht zugelassen, angebaut oder konsumiert werden, bis ihre Unschädlichkeit nachgewiesen wurde. 

Die Absicht dieses Beitrages ist es nicht, TTIP bzw die Forderungen der USA zu verteidigen. Es geht mir vielmehr darum zu zeigen, dass jede Verhandlung zwei Seiten hat und dass die Position der EU in diesen Verhandlungen vielleicht nicht so schwach ist, wie oft impliziert wird.

Ich sehe durchaus Vorteile für unsere Wirtschaft, lehne aber private Schiedsgerichte und das Risikoprinzip ab. Wenn sich die EU u.a. in diesen Punkten durchsetzt (es gibt weitere Streitpunkte, wo europäische Standards gefährdet sind), dann hab ich nichts gegen ein Freihandelsabkommen mit den USA.

Sushi mal anders: BBQ-Maki

Vor einiger Zeit tauchte auf Twitter ein Video auf, in dem jemand BBQ-Bacon-Sushi rollte. Im Gegensatz zu den klassischen Sushi wird für diese Variante auf Fisch, Reis und Gemüse verzichtet. Stattdessen basiert das Gericht auf Fleisch, Fleisch und Käse.

Da ich kein großer Freund von Käse bin und dieser beim braten bzw. grillen auch die Angewohnheit hat zu schmelzen und somit aus der BBQ-Sushi-Rolle zu flüchten, habe ich diesen durch eine dünne Chorizo ersetzt. Somit besteht dieses Gericht aus Fleisch, Fleisch und Fleisch …. und ist somit für Freunde der fleischlosen Ernährung ungeeignet.

Barbecue – Sushi – Rolle

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Zutaten (für zwei Rollen)

  • 12-16 Scheiben Speck
  • 500 Gramm Rinderhack
  • 2 dünne Chorizos
  • BBQ-Sauce
  • Gewürze

Zubereitung

Die Bambusmatte (Makisu), die man auch aus der normalen Sushiproduktion kennt, schlägt man in Frischhaltefolie ein und belegt diese mit sechs bis acht Speckstreifen. Sieht dann quasi aus wie ein Noriblatt aus Speck.

Das Rinderhack wird, je nach persönlicher Vorliebe, mit etwas Pfeffer und Salz gewürzt. Ich bevorzuge meine eigene Gewürzmischung*, die ich auch fürs Pulled Pork oder zum Marinieren für Grillfleisch nutze. Die Häfte des “Speckblatts” wird jetzt mit der Hackmasse belegt. Die Hackschicht sollte nicht zu dick sein, andernfalls wird es schwierig, eine Rolle zu erstellen. Zuletzt wird die Chorizo in der Mitte der Hackmasse platziert. Jetzt wird die Füllung samt Speckstreifen von der dicken Seite aus komplett aufgerollt.

Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Barbecue-Sauce und einen Pinsel bereit stellen.

Eine ausreichend große Grillpfanne auf hoher Stufe erhitzen und die beiden Rollen von allen Seiten scharf anbraten. Die Oberseite der Rollen mit reichlich BBQ-Sauce bestreichen und für 30 Minuten in den vorgeheizten Ofen stellen. Nach ca. 15 Minuten die Rollen wenden und die Oberseite erneut mit der BBQ-Sauce bestreichen.

Die Rollen mit einem scharfen Messer in ca. 1 bis 2 cm dicke Scheiben schneiden und zusammen mit etwas BBQ-Sauce servieren.

Das perfekte Fluchtauto

Lange war der Bentley Continental T mein Favorit – ein 2,5 Tonnen schweres Oberklasse-Coupé, dessen traditioneller 6¾ Liter V8 Leistung im Überfluss bietet. Der „neuen“ Bentley Continental GT, der sich eine Plattform mit dem VW Phaeton und dem Audi A8 teilt, hat lange nicht mein Interesse wecken können. Zu sehr wirkte der Continental GT mit seinem hochgezüchteten W12 Twin-Turbo, insbesondere im Vergleich zum klassischen Continental T und Brooklands, wie ein übermütiger Spieler einer studentischen Rugby-Mannschaft.

Geht es um Leistung und Komfort, dann wäre der Audi S8, der in Filmen wie Ronin und Transporter seine Stärken als „Fluchtauto“ zeigt, die bessere Option. Dachte ich jedenfalls, bis ich folgendes Video auf dem Youtube-Kanal der BBC fand:

Eines muss man Bentley lassen: die „neuen“ Continental GTs sind die perfekte Symbiose aus klassischen-britischen Automobildesign und dem weltweit geschätzten „German Engineering. Der Continental GT ist das stilvolle Fluchtauto für den modernen Gentleman im 21. Jahrhundert.

Fundstücke 4.2014

Münze beim Laufen gefunden. Jetzt bin ich ein Ein-Euro-Jogger.
Kerstin Brune, Dec 26

„Was ist ein Getto Blaster“ fragt mich die junge Generation.
Ich sage: Das ist ein Walkman mit großen Lautsprechern
Uli König, Dec 25

Wenn ich Bock auf Whirlpool habe, nehme ich einfach die Katze mit in die Badewanne.
Ninja Pingu!, Dec 22

Ich sitze ausgeruht am Tisch, meine Eltern rekonstruieren anhand von SMS den gestrigen Abend. Ich möchte dazu nicht mehr sagen.
Ulrike, Dec 20

Warum muss ich bei „9gag“ immer an ein halbes Mädcheninternat denken, das den Mund zu voll genommen hat?
Words like swords, Dec 12

‚Could you fax over a copy?‘
‚No, I can’t fax because of where I live‘
‚Where do you live?‘
‚The 21st century‘
Mike Schnoor, Dec 3

Jetzt, wo in Schulen das WLAN abgestellt wird, bin ich froh, dass der Tamagotchi damals mit Batterien lief.
LaPierrot, Dec 1

Test Blogger, die Herpes Cremes testen. Ich brauche nachher so was von viel Glühwein.
Stefanie Bamberg, Nov 27

„Cannabis hilft gegen Alzheimer“ – Nur halt leider auf Kosten des kompletten Kurzzeitgedächtnisses.
nutellagangbang, Nov 25

Es nieselt, es ist etwas neblig, etwas windig und recht kalt. Oder wie wir in Hamburg sagen: Sommer.
Marie von den Benken, Nov 23

Sechs falsche Zahlen präsentiert – in der Schule nennt man das ‚Mathe-Hausaufgabe‘.
Kerstin Brune, Nov 19

Warum mir Facebook neben einem Dönerfoto Werbung gegen Wilderei im Kongo einblendet, muss ich auch nicht verstehen, oder?
Nico Lumma, Nov 18

„Das hast Du bestimmt in der Systempresse gelesen,“
„Nein, in den Mainstream-Medien!“
„Du liest Kopp-Verlag und Russia Today?“
Verwirrung
Wolfgang Unglaub, Nov 13

Ich hab heute gekocht, gespült, Wäsche gewaschen und aufgehängt. Nachher will sie mich bestimmt noch zum Sex überreden
nutellagangbang, Nov 13

Eine Feministin, ein Veganer und ein Politiker gehen in eine Bar.
Und ich geh raus, weil sie ständig jedem alles darüber erzählen.
король алка, Nov 11

„Aus billigen Gläsern schmeckt Wein einfach nicht“
Dein teures Weinglas kann das Tetrapack aber auch nich ausgleichen
Puschel, Oct 31

Wann genau ist aus „Sex, Drugs & Rock n Roll“ eigentlich „Laktoseintoleranz, Veganismus & Helene Fischer“ geworden?
Studentenleben, Oct 26

Status: Magen knurrt, Leber hat nix zu tun. Milz langweilt sich, Hirn macht ne laaaange Pause. Alles normal. Läuft.
Ray Moulade, Oct 21

„Hallo, einen Scotch bitte!“
„Das hier ist ein Lyrik-Workshop für alleinerziehende Mütter.“
„Oh Gott, wirklich? Dann einen doppelten!“
Ecki, Oct 23

Manche Menschen sollten sich überlegen, ob der Widerstand aus dem Grund: „der hat etwas, was ich nicht habe“ nicht einfach nur Neid ist.
Cat on a hot tinroof, Oct 12

22 Minuten durch Pjöngjang

Pjöngjang – eine verbotene Stadt. Zwar sind Reisen nach Nordkorea inzwischen möglich, aber wirklich frei kann man sich in diesem Land nicht bewegen. Gerade weil dieses Land so fremd ist, sind es Aufnahmen, wie dieses Video, welche mir irgendwie faszinieren.

 

Das Video zeigt eine Fahrt durch Pjöngjang und im Vergleich zu Peking oder Singapur erinnert mich diese Stadt, insbesondere was die Architektur und die großen Paradeboulevards betrifft, eher an Osteuropa. Am Straßenrand sind einige Schriftzüge zu sehen, aber ansonsten wirkt die Stadt – auch aufgrund der fehlenden Reklametafeln – nackt und steril.

Ebenso wirkt diese Stadt, trotz ihrer mehr als 3 Millionen Einwohner, leblos und beklemmend. Das pulsierende, bunte und vielfältige Straßenleben, für das asiatische Städte  – egal ob in China, Indien, oder Malaysia – bekannt sind, fehlt völlig. Diese Leere sagt viel über diese Stadt, den Staat und Gesellschaft aus und so wird Pjöngjang für mich auch weiterhin ein Buch mit sieben Siegeln sein.

Springers erfolgreicher Wandel vom Print- zum digitalen Medienkonzern

Über das Sterben der Printmedien und die Kostenloskultur im Internet wird viel diskutiert und philosophiert, dabei scheint die Realität – zumindest im Hause Springer – ganz anders auszusehen. Zwar wird es bei den Printmedien kein organisches Wachstum mehr geben, dafür bieten gerade die digitalen Medien den Verlagen und Medienkonzernen völlig neue Möglichkeiten.

Dass dieser Wandel möglich ist, zeigt die Axel Springer SE, deren Hauptversammlung gestern in Berlin stattgefunden hat. Die Zahlen für 2013 sind eindeutig: Digital hat einen Anteil von 47,8 Prozent am Umsatz von Springer (2008 lag der Anteil bei 14 Prozent). Noch deutlicher ist es bei den Werbeeinnahmen, dort liegt der Anteil bei 70 Prozent (2008: 22 Prozent). Der Anteil der digitalen Medien am EBITDA beträgt 61,8 Prozent (2008: 4 Prozent).

Springer setzt auf das digitale Geschäft und konzentriert sich auf seine beiden Kernmarken BILD und die Welt. Durch Zukäufe, unter anderem N24, wird das notwendige Know-how erworben um das digitale Angebot auszubauen. Andere Bereiche, wie Boulevard-, Frauen- und Fernsehzeitschriften, werden – wie überflüssiger Ballast – abgestoßen.

Man kann über die journalistische Qualität der Publikationen des Spingerkonzern geteilter Meinung sein, aber bei der Neuausrichtung vom klassischen Print- zum Digitaljournalismus hat der Medienkonzern seine Wettbewerber abgehängt. Technisch (nicht inhaltlich) überzeugen die digitalen Angebote (sowohl iPAd- als auch Android-App der Welt sind deutlich besser als die App der SZ) und auch von den Kosten sind die Angebote interessanter.

Die Menschen sind bereit für journalistische Inhalte zu bezahlen, wenn es ein überzeugendes Angebot gibt. Während sich in den Führungsebenen der Medienkonzerne die Erkenntnis langsam durchsetzt, dass mit Printmedien kein Geschäft mehr zu machen ist, verschließen sich viele (Print)Redaktionen dieser Entwicklung. Anstatt mit der Zeit zu gehen und die neuen Möglichkeiten, die die digitalen Medien dem Journalismus bieten, zu nutzen, werden die Onlineredaktionen belächelt und als zweitklassiger Journalismus degradiert.

Bestes Beispiel für diese Ignoranz ist folgendes Zitat aus der FAS vom 23. März 2013:

“Wobei ja vielleicht wirklich nichts dagegen spricht, einen Internetexperten in die Führungsriege der Zeitung aufzunehmen. Wäre es aber dann nicht sinnvoll, auch einen Journalisten in die Chefredaktion von „Süddeutsche.de“ zu holen?”

Die alte Garde der Printjournalisten muss aufpassen, dass sie nicht nur aus nostalgische Gründen am Tropf des digitalen Medien hängt. Das es soweit kommen kann, das zeigen bereits heute die Kennzahlen der Axel Springer SE:

Die verrückten 5 Minuten


Wer kennt es nicht – die verrückten 5 Minuten, die die Katze (oder der Kater) hat? Simon Tofield hat es wieder einmal geschafft den alltäglichen Wahnsinn sehr charmant in diesem kurzen Film darzustellen.

Jedesmal wenn ein neuer Kurzfilm von Simon’s Cat veröffentlicht wird, muss ich an unsere Randalekatern, insbesondere Milton, denken. Egal was in diesen Clips passiert – auf der Sofalehne abhängen, über die Möbel stürmen, Futter einfordern oder einfach nur nerven – es könnte einer unserer Kater sein.

Vielleicht ist dies der Erfolg von Simon’s Cat, da vermutlich jeder Katzenbesitzer seine Lieblinge in diesen Kurzfilmen wiedererkennt.

Neues von der Förde (30.8)

Ist Pinneberg der Musterwahlkreis Deutschlands? Seit 1953 hat immer die Partei das Direktmandat gewonnen, welche letztlich auch den Bundeskanzler stellte. In 23 Tagen werden sich die Pinneberger zwischen Dieter Rossmann (SPD) und Ole Schröder (CDU) entscheiden müssen und es wird sich zeigen, ob die Pinneberger auch bei dieser Wahl wieder richtig liegen.

Im Dauerstreit zwischen dem Energiewendeminister und Nebenerwerbsfischereiminister Robert Habeck und den schleswig-holsteinischen Krabbenfischer um die Krabben-Fanggebiete zeichnet sich ein Kompromiss ab: die Krabbenfischer wollen in Zukunft nachhaltiger fischen und sollen dafür im Gegenzug das Umwelt-Güte-Siegel des Marine Stewardship Councils (MSC) bekommen.

Last but not least: neues vom Spionageschiff Aufklärungsschiff „Oker“. Die Oker kreuzt mal wieder vor Syrien und beschafft wichtige Daten – vermutlich – für unsere Verbündeten.