Die Causa Möbel Kraft

Am Sonntag wird die Debatte über die Ansiedlung von Möbel Kraft hoffentlich ein Ende finden. Seit Jahren wird über dieses Projekt diskutiert und auch bei der Oberbürgermeisterwahl 2012 war Möbel Kraft ein Wahlkampfthema. Bereits damals konnten sich die Gegner von Möbel Kraft nicht gegen die Befürworter durchsetzen. Auch bei der Kommunalwahl 2013 stimmten die Kieler mehrheitlich für die Parteien und Kandidaten, die sich für die Ansiedlung des Möbelhauses ausgesprochen haben.

Nun kann man hinsichtlich des Projektes geteilter Meinung sein – mir persönlich ist es völlig egal ob Möbel Kraft in Kiel eine Filiale errichtet oder nicht – und auch den Bürgerentscheid über die Zukunft des Projektes begrüße und unterstütze ich. Der Bürgerentscheid wird endlich klären ob die Kieler diese – und ähnliche – Investitionen befürworten oder nicht.

Was mich persönlich jedoch stört ist die Art und Weise wie die Gegner von Möbel Kraft versuchen die Bürger von ihrem Standpunkt zu überzeugen und wie Befürworter diffamiert werden. Frei nach dem Motto „wer nicht für uns ist, der ist gegen uns“!

Seit Juli 2011, als die Stadtverwaltung das erste Mal die Öffentlichkeit über dieses Vorhaben in Kenntnis setzte, wurde man umfangreich informiert – es gab die „Gläsernen Akte“, öffentliche Ratsversammlungen und diverse Möglichkeiten Beratungsunterlagen etc. einzusehen. Über einen Mangel an frühzeitigen Informationen kann zumindest ich mich nicht beklagen.

Es gibt diverse Gründe, die gegen das Projekt sprechen, jedoch wurde keiner dieser Punkte bis jetzt von Seiten der Gegner ist Feld geführt. Stattdessen beklagt man den Verlust einer Kleingartenanlage, die sich bereits zuvor in einem desolaten Zustand befand. Leer stehende Parzellen, umschlossen von drei Hauptverkehrsachsen (A215, Westring und B76) – das ideale Naherholungsgebiet schlechthin.

Mich irritiert ebenso die Art und Weise mit der die Gegner versuchen die Bürger zu beeinflussen. In der Informationsbroschüre werden öffentliche Parks und Grünflächen (z.B. Schrevenpark, Reventlouwiese, Krusenkoppel, Frostbaumschule uvm.) schlichtweg unterschlagen und in einem Beitrag des NDR, auf den die Gegner gerne verweisen, wird behauptet, dass das 50 Kilometer entfernte Bad Segeberg in nur 30 Fahrminuten zu erreichen sei.

Ebenso wird Befürworten vorgeworfen, dass diese sich nicht ausreichend informiert haben. Ganz im Gegenteil: ich habe mich informiert und bin der Überzeugung, dass das Signal, welches dieses Projekt an zukünftige Investoren aussendet, das Richtige für unser Landeshauptdorf ist. Kiel braucht Investitionen und der Standort zwischen A215 und B76 ist meiner Meinung nach ideal für das Unternehmen.

Man kann natürlich den Kopf in den Sand stecken und die wirtschaftlichen und finanziellen Probleme der Stadt ignorieren. Kiel wird auch ohne Möbel Kraft überleben und kann sicherlich auch kurzfristig auf die Steuereinnahmen verzichten. Nur was werden die langfristigen Folgen einer solch wirtschafts- und investitionsfeindlichen Politik für Kiel sein? Auf diese Frage haben die Möbel Kraft Gegner keine schlüssige Antwort.

*** Update ***

Von einigen Lesern wurde ich auf alternative Standorte im Stadtteil Moorsee hingewiesen, die aus Sicht der Möbel Kraft Gegner geeigneter seien. Diese scheinen aus folgenden Gründen jedoch nicht in Frage zu kommen (Drs. 0133/21013):

  • Über ein Gelände kann die Stadt nicht verfügen, da die Fläche sich überwiegend in Privatbesitz befindet und somit, zumindest kurzfristig, nicht verfügbar ist.
  • Das zweite Gelände ist aufgrund ungeklärter Entwässerungsfragen ungeeignet (siehe Antwort auf Frage 2 für Details).
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