Ich geh wählen! Und Du?

Sonntag, 22. September 2013, nach dem ersten Kaffee und vor dem sonntäglichen Brunch, ein paar Gedanken zu der heutigen Wahl des 18. Bundestag.

Hat man in einem Wahlkreis wirklich noch die Wahl, wenn der derzeitige MdB, Hans-Peter Bartels, nicht nur klarer Favorit ist sondern die CDU nur einen Zählkandidaten als Herausforderer aufstellt? Thomas Stritzl, der bis 2009 insgesamt 22 Jahre lang Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtag war, soll, wenn es nach dem Willen der Nord-CDU geht, einen zweiten politischen Frühling in Berlin erleben. Das Stritzl den Wahlkreis gegen Bartels gewinnt, halte ich jedoch für unwahrscheinlich. Wie sagte schon ein alter Bekannter von mir: „In Kiel kann die SPD einen Besen aufstellen und würde trotzdem gewinnen.“

Bei der Zweitstimme sieht es etwas anders aus. Da sowohl Christdemokraten als auch Sozialdemokraten auf jeden Fall im neuen Bundestag vertreten sein werden, sehe ich keinen Grund diese beiden Parteien mit meiner Zweitstimme zu unterstützen. Da gibt es andere Parteien, die (nicht nur) meine Stimme wesentlich besser gebrauchen können.

Wahl-O-MatDa mir unsere Grund-, Bürger- und Freiheitsrechte sehr wichtig sind und man bei diesem Thema den beiden Volksparteien nicht von Zwölf bis Mittag trauen kann, tendiere ich eher zu Parteien, die sich politisch für meine Rechte einsetzen. Dies sind neben der wirtschaftsliberalen FDP, die ökoliberalen Grünen und die linksliberalen Piraten.

Für die FDP sprechen auf jeden Fall Politiker wie Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Gerhart Baum und Burkhard Hirsch. Gegen diese Partei spricht, dass die heutige FDP sich in erster Linie als wirtschaftsliberale Partei sieht und dabei der Mensch bzw. die freiheitliche und liberale Gesellschaft auf der Strecke bleibt.

Die Grünen, eine durchaus sympatische Partei, sind zwar gut in der Opposition aber gerade die rot-grüne Koalition von 1998 bis 2005 hat die Partei entzaubert. Zugegeben, die Grünen sind – ebenso wie die FDP – eine staatstragende Partei, die bereit ist politische Verantwortung zu übernehmen. Für meinen Geschmack haben die Grünen jedoch, gerade in der Zeit nach der Wahl 2002, einmal zu oft ihre politischen Grundsätze über Bord geworfen und ich bin skeptisch ob das, was die Grünen uns derzeit bezüglich der Verteidigung unserer Grund- und Bürgerrechte versprechen, im Falle einer Koalition mit den Sozialdemokraten oder gar der Union gehalten werden kann.

Bleiben die Piraten! Frisch, unverbraucht und je nach Wahlbeteiligung vermutlich auch chancenlos. Gibt es deshalb einen Grund die Partei nicht zu wählen? Gerade deshalb ist es wichtig ein Zeichen – für mehr Bürgerrechte, für mehr Freiheit, für mehr Transparenz – zu setzen.

Warum also die Piraten? Nur weil mich die Mitglieder dieser Partei – mangels Regierungsbeteiligung – noch nicht enttäuscht haben? Vielleicht! Vielleicht aber auch nur damit endlich ein Ruck durch Grüne und FDP geht. Es sollte den Spitzenpolitikern beider Parteien zudenken geben, wenn man zwischen 2 und 5 Prozent potentielle Wähler verliert, da diese lieber einer naiven, dynamischen, kreativen und sympatischen Chaotentruppe ihre Stimme geben.

Bleibt nur noch die Qual der Wahl bei der Erststimme… bis zum Wahllokal sind es noch ein paar Meter. Zeit genug es mir zu überlegen!

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