Susanne Gaschke – Ein Vorbild für Politiker?

Dr. Klaus Rave, OB Dr. Susanne Gaschke und Götz Bormann (Vorstandsvorsitzender der Förde-Sparkasse)Dr. Susanne Gaschke, Oberbürgermeisterin der Stadt Kiel, hat eine bemerkenswerte Entscheidung getroffen: sie nimmt das ihr zustehende Mandat im Verwaltungsrat der Förde Sparkasse nicht an. Stattdessen hat Susanne Gaschke sich dafür entschieden, dass Dr. Klaus Rave (ehemaliger Vorstand der Investitionsbank Schleswig-Holstein) die Stadt in diesem Gremium vertreten soll. 

Bedenkt man die unrühmliche Rolle, die einige Landespolitiker in den Aufsichtsräten von Landesbanken gespielt haben, ist dies nicht nur eine kluge sondern vor allem eine wegweisende Entscheidung. Anstatt Ämter anzuhäufen, wie dies einige Politiker gerne machen, sollte man Positionen die Fachwissen voraussetzen Fachleuten überlassen.

Man kann nur hoffen, dass viele Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker dem Beispiel von Susanne Gaschke folgen. Vielleicht hätte sich so manche Krise, wie die der HSH Nordbank, vermeiden lassen.

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2 Gedanken zu “Susanne Gaschke – Ein Vorbild für Politiker?

  1. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das in jedem Fall unterschreiben würde. Individuell kann man natürlich Fachleuten des Vertrauens den Vortritt lassen. Und Ämter anhäufen sollte man auch nicht.

    Aber: Es geht hier ja um Firmen mit öffentlicher Beteiligung. Da ist es eigentlich gut, wenn die Öffentlichkeit auch durch gewählte Vertreter präsent ist. Ob es nämlich gut ist, wenn die Experten unter sich sind, wage ich zu bezweifeln. Dazu kommt, dass ein Aufsichtsrat in der Regel durch unterschiedliche Personen besetzt ist. Das sind Experten und da sind Repräsentanten anderer Interessengruppen. Bei der HSH-Nordbank waren fast nur Experten im Aufsichtsrat – hat es was genützt?

    Bei der Bundeswehr gab es das Leitbild des „Bürgers in Uniform“ und das wurde unter anderem dadurch ausgedrückt, dass über die Wehrpflicht immer wieder ganz normale (männliche) Bürger in die Bundeswehr gekommen sind. Das sind natürlich nicht alles Bundeswehrinspekteure oder Militärprofis gewesen, aber sie haben allein durch ihre Präsenz dafür gesorgt, dass die Bundeswehr sich nicht zu sehr abkapselt.

    Ein Aufsichtsrat hat nicht die Aufgabe, all das noch einmal zu kontrollieren, was die hoch spezialisieren Mitarbeiter eines Unternehmens vorher gemacht haben. Selbst die Unternehmensführung kann das ja nicht im Einzelnen nachvollziehen. Ein Aufsichtsrat, das sind die Leute, die man aktiv belügen muss, wenn man vorsätzlich etwas falsch machen will. Und wenn das auffliegt, wird man vor allem für das Hintergehen des Aufsichtsrats belangt.

  2. Da Du die HSH Nordbank ansprichst: Stegner, als ein durch die Wähler legitimiertes Mitglied im Aufsichtsrat, war Experte?

    Zu Deinem letzten Absatz: der Aufsichtsrat ist ein Kontrollgremium und hat Prüfungs- und Berichtspflichten. Ja, es ist die Aufgabe des Aufsichtsrat alles noch einmal zu kontrollieren. Wäre es dies nicht, wäre der Aufsichtsrat ein überflüssiges Gremium, besetzt mit Frühstücksdirektoren.

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