Die AfD und ihre Sympathisanten

Mir ist bewusst, dass man zwischen Meinungen und privaten Äußerungen von Parteimitgliedern auf der einen Seite und Meinungsäußerungen von Sympathisanten einer Partei differenzieren muss. Auf der anderen Seite zeigen die Meinungen dieser Sympathisanten ebenso deutlich, welche Gruppe der Wähler die Alternative für Deutschland (AfD) anscheinend sehr erfolgreich anspricht.

Auch wenn dies nur Einzelfälle sind, so fügt sich bei mir ein Bild der AfD zusammen, welches mich besorgt. AfD-Politiker, wie Konrad Adam, der unser Wahlrecht in Frage stellt oder wie Hermann Behrendt, der die parlamentarische Demokratie abschaffen will, sind die ideologischen Vordenker, die die politischen Ziele dieser Partei prägen.

Pro Ständestaat

Geht es den Politikern der AfD wirklich um eine Stärkung unserer freiheitlichen Demokratie oder sollen stattdessen unsere demokratischen Rechte zugunsten einer privilegierten Schicht eingeschränkt werden? Liest man die politischen Texte von Adam und Behrendt wird einem schnell klar was das politische Ziel ist: ein – meiner Meinung nach – autoritärer Staat in dem eine wirtschaftliche Elite die politische Macht innehält. „Nettostaatsprofiteuren“ (staatliche Leistungsempfänger, u.a. Beamte, Rentner, Arbeitslose) gehören nicht dazu. Ist dieser Ausschluss großer Teile unserer Gesellschaft wirklich noch demokratisch oder setzt sich die AfD für die politische Renaissance des Ständestaat ein?

Wunsch nach Obrigkeitsstaat

Diese Vermutung wird auch durch Meinungsäußerungen von Sympathisanten der AfD bestärkt. So wird teilweise die Ansicht vertreten, dass die totale Überwachung der Gesellschaft nicht totalitär sei sondern nur dem Wohl des Volkes dient. Freiheit sei demnach nur soweit möglich, wie diese den Werten und Vorstellungen unserer Gesellschaft entspricht. Es scheint wirklich so, dass sich einige Sympathisanten nur unter der Obhut einer starken Hand frei fühlen. Dieser Wunsch nach einem starken Staat taucht oft in Diskussionen auf, an denen sich Mitglieder und Sympathisanten der AfD beteiligen.

Mich schrecken solche Aussagen – sowohl die prominenter Mitglieder und Bundestagskandidaten als auch die vieler Sympathisanten – ab. Die Aberkennung von Bürgerrechten, die Aufgabe unserer Freiheitsrechte und die Schaffung eines Obrigkeitsstaates, in dem eine privilegierte Schicht die politische Macht ausübt, ist keine politische Alternative die ich mir wünsche.

Da das Wahlprogramm die Ziele der AfD nur wenig konkretisiert, ist es umso wichtiger, dass man sich mit den politischen Thesen der Mitglieder, die diese Partei prägen, beschäftigt. Gerade diese Thesen und Meinungen sind es jedoch, die mich in meiner Einschätzung bestärken, dass diese Partei keine Alternative für Deutschland ist.

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3 Gedanken zu “Die AfD und ihre Sympathisanten

  1. Ich denke, dass man sich mit der Alternative für Deutschland ernsthaft auseiander setzen muss, das einteilen der Gesellschaft in „Nützliche“ und „Nichtnützliche“ Personen aufgrund von ökonomischer Kriterien muss daher kritisch gesehen werden. Es kann nicht sein, dass man wieder in eine solche Situation kommt. So eine Politik nur für die „Nützlichen“ in der Gesellschaft schließt viele aus und sorgt dafür, dass die Ausgeschlossenen nur Frust ansammeln wenn sie ausgeschlossen sind. Dies kann dann zu noch größeren Problemen führen als wir sie schon haben.

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