Profitiert Deutschland von der Euro-Krise?

Zugegeben, eine provokante Frage, trotzdem muss darüber diskutiert werden ob Deutschland zu den Profiteuren dieser Krise gehört.

Leitzins so niedrig wie nie

Eine Auswirkung der Euro-Krise ist, dass der aktuelle europäische Zinssatz der EZB mit 0,75 Prozent einen historischen Tiefstand erreicht hat. Niedrige Zinsen bedeutet letztlich, dass die Bundesregierung deutlich weniger Zinsen für ihre Staatsanleihen zahlen muss. Niedrigere Zinsen führen zu einer geringeren Neuverschuldung und dadurch wird auch der Bundeshaushalt entlastet.

Gewinn mit Staatsanleihen

Der Kauf von europäischen Ramschanleihen Staatsanleihen durch die EZB war politisch nicht unumstritten. Da 2012 die Rendite von griechische Anleihen sagenhafte 80 Prozent betrug, stellt sich die Frage wie hoch die Gewinne der EZB, nicht nur mit griechischen Anleihen, waren. Nach Angaben der Financial Times vom 21. Februar 2013 beläuft sich der Gewinn der EZB mit den Risikoanleihen auf insgesamt 1,1 Milliarden Euro, der anteilsmäßig an die nationalen Notenbanken ausgeschüttet wird. 

Geldregen für Schäuble

Finanzminister Schäuble kann sich, neben den niedrigen Zinsen, auch über die Gewinnausschüttung der EZB bzw. der Bundesbank freuen. Alles in allem scheint der Staat und letztlich auch der Steuerzahler – trotz der Garantien für die Südländer – von der Krise zu profitieren. Erstaunlich ist nur, dass dieser Aspekt der Krise mehr oder weniger verschwiegen, ignoriert und stattdessen weiterhin politische Stimmung gegen südeuropäischen Staaten wie Griechenland, Spanien und Zypern gemacht wird.

Geringere Zinssätze, Rückgang der Neuverschuldung und Millionengewinne mit Staatsanleihen der Krisenstaaten – Deutschland profitiert und diese Seite der Eurokrise wird insbesondere von den Populisten und Euroskeptiker bewusst ignoriert.

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2 Gedanken zu “Profitiert Deutschland von der Euro-Krise?

  1. Zur Erinnerung, das war vor fast 2 Jahren, als es gemacht wurde.

    Es hat sich bis heute nichts daran geändert und ich stelle jetzt lediglich die Frage, muß es eigentlich nicht heißen, wer hat am besten davon gelebt, anstatt verdient? Denn verdient wird daran erst nach dem Haircut. Denn an Geld(Buchwerte), das per Buchungstricks gegeneriert, oder durch ungedeckte Kredite erzeugt wird, kann man nicht verdienen, denn Papier bleibt nun mal Papier, egal was darauf steht. Das klappt halt so lange, bis der „Wechsel“ platzt und bisher wird alles erdenkliche dafür getan, dass er nicht platzt.
    Insofen bleibe ich dabei. Die AfD steht für CREDO(ich glaube), eine Garantie ist nicht beabsichtigt. Jede andere Wahl steht für AMEN(so sei es). Es gibt zwar da noch eine andere Alternative, die aber würde bedeuten, selbst etwas zu tun. Das ist in D die unwahrscheinlichste aller Möglichkeiten.

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