Über die Gratismentalität der Verlage im Netz

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V. (VDZ) ist immer wieder für eine Überraschung gut. Mal wird die Gratismentalität im Netz beklagt, mal wird die Pressefreiheit für das iPad und das iPhone gefordert, da Apple die Apps von bild.de und stern.de aufgrund der dortigen Nackt-Fotos zwischenzeitlich gesperrt hatte.

Nun zieht der VDZ gegen Facebook ins Feld und fordert eine Beteiligung der Verlage an den Werbeerlösen von Facebook. Dabei gehen die Verlage soweit Facebook als Werbeplattform für das eigene Internetangebot zu nutzen um dort zusätzliche Nutzer auf die eigene Webseite zu locken und somit die eigene werberelevante Reichweite zu erhöhen. Immerhin liegt es im wirtschaftlichen Interesse der Verlage auf Facebook eine Fan-Seite zu erstellen und somit neue Zielgruppen für die eigenen Produkte (Online-Angebot, Zeitschriften, Abos etc.) zu gewinnen.

Da für Unternehmen, wie z.B. Zeitungsverleger, die Werbe- und Marketing-Plattform Facebook kostenlos ist, kann man über solche Forderungen nur noch den Kopf schütteln. Es zeigt einmal mehr, dass der VDZ weder die neuen digitalen Medien noch das Konzept von Netzwerken verstanden hat. Letztlich sägt der VDZ den Ast ab auf dem er selber sitzt, denn Facebook braucht keine Verleger aber die Verlage brauchen den Zugang zu sozialen Netzwerken und deren Mitgliedern um in der digitalen Welt weiter existieren zu können.

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