iNet – das saubere Internet für alle!

Das Zugangserschwerungsgesetz ist tot – es lebe das Zugangserschwerungsgesetz! So und nicht anders kommt es mir vor wenn ich die aktuelle Berichterstattung zum Thema Netzsperren lese. Vor einigen Tagen befürwortete die EU-Kommissarin Cecilia Malmström in einem Gastbeitrag in der FAZ Netzsperren innerhalb der EU und die CSU schließt sich dieser Forderung an. Interessant ist auch, dass die CSU das Löschen kinderpornographischer Seiten deshalb ablehnt, weil somit das „Unwerturteil des Staates“ für den Nutzer „nicht erkennbar“ sei.

Somit bestätigt sich der Verdacht, dass es insbesondere einigen konservativen Politikern nur auf den medialen Effekt ankommt: Schaut her, wir tun etwas! Das dieser Populismus und Aktionismus reine Zeitverschwendung ist, hat Chrstian Stöcker auf Spiegel Online sehr treffend kommentiert.

Aber es sind nicht nur unsere Politiker die Netzsperren als Allheilmittel betrachten. Auch in anderen Ländern setzt man auf dieses Instrument. Seinen es Staaten wie China, Iran, Vietnam, Syrien, Burma oder Tunesien – wo man wenig überrascht ist das neben moralisch verwerflichen Inhalten auch politische Inhalte zensiert werden oder Staaten wie Australien, welches den Zugang zu Inhalte denen eine Altersfreigabe verweigert wurde mit Hilfe der Netzsperre unterbinden will. Netzsperren sind inzwischen überall auf der Welt populär. Dass die australische Regierung es sich vorbehält nach eigenem Gutdünken „gesellschaftlich und politisch kontroverses Material“ zu sperren zeigt mehr als deutlich, dass die Sorgen der Bürgerrechtler und Netzaktivisten hinsichtlich dem staatlichen Missbrauch der Netzsperren mehr als berechtigt sind und selbst die USA sieht diese Entwicklung mehr als kritisch.

Dabei gibt es eine ganz einfache Lösung: Apples App Store!

Es ist bekannt das Apple sehr strikt ist, was die Inhalte der im App Store erhältlichen Apps betrifft. Wie Spiegel Online im letzten Jahr berichtete hat der Springer-Verlag bereits entsprechende Erfahrungen mit seinen Apps machen müssen. Was wäre also einfacher als eine nationale Internet-App im App-Store? Egal ob Firefox, Internet Explorer, Google Chrome oder Opera, jeder Browser ist nur noch als App für die diversen Betriebssysteme erhältlich und Apple bestimmt aufgrund der eigenen rigiden Richtlinien welche Inhalte aus gesellschaftlichen und politischen Gründen geeignet sind. Da alles was Apple macht „cool“ und „innovativ“ ist, wird das AppleNet – oder besser iNet – nicht nur mit Begeisterung von den Massen aufgenommen und somit ein kommerzieller Erfolg sondern auch mit Enthusiasmus (zumindest) von den Apple-Jüngern gegen jede Kritik verteidigt.

iNET – Willkommen in Apples gesellschaftlich und politisch korrektem Web3.0!

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4 Gedanken zu “iNet – das saubere Internet für alle!

  1. Was dann zu einer neuen Definition von „the digital divide“ führen wird:

    a) Die nur Zugang zum von Regierungen reglementierten und sauberen Intranet haben
    b) Denen, die sich weiterhin (möglicherweise illegal) im freien weltweiten Internet bewegen (können)…

    Erinnert mich irgendwie an den Film Matrix.

  2. Wenn die Regulierung nicht per Whitelist funktioniert, wird es schwer die Umgehung zu verhindern. Du müsstest jede Art von unbekanntem Traffic unterbinden. Von daher bleibt es eine Divide zwischen schlau und doof 😉

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