500 Euro für die Konsumgesellschaft

Mit diesen „Geschenken“ wollen einige Politiker die Bürger beglücken und die Konjunktur ankurbeln. Ob dieser Gutschein kommt steht zwar in den Sternen aber die ersten Eckpunkte sind bekannt:

– 500 € für jeden Erwachsenen + 200 € Eigenkapital
– 500 € für Sozialhilfe- und Hartz IV-Empfänger
– 250 € für Kinder und Jugendliche
– müssen innerhalb von 8 Wochen konsumiert werden

Damit wäre die Wii oder das neue Handy zu Weihnachten finanziert. Aber hilft dies wirklich unserer Wirtschaft oder ist dies nur eine punktuelle Konjunkturspritze die letztendlich verpufft (und ausländische Unternehmen wie Apple, Nokia, Nintendo etc. hilft)? Und wie sieht es mit den Kosten für die Vergabe und Verwaltung der Gutscheine aus, wie werden die Zahlungen abgewickelt und wer kontrolliert ob man auch 200 Euro Eigenanteil beigesteuert hat?

So schön sich diese Idee auf den ersten Blick anhört, so viele Fragen stellen sich bei genauerer Betrachtung und es entsteht der Eindruck, dass dieser Vorschlag nur der übliche politische Aktionismus und bereits in ein paar Tagen vergessen ist.

Langfristig wäre es sinnvoller und nachhaltiger wenn man z.B. den Grundfreibetrag von derzeit 7.664 Euro um 500 Euro auf 8.164 Euro anheben würde. Dies würde in erster Linie einkommensschwache Menschen und Familien entlasten, auch wenn dies keine kurzfristige Stimulation unserer Konsumgesellschaft wäre.

Der Vorschlag zeigt einmal mehr, dass viele Politiker nur kurzfristig denken und sich bereits im Wahlkampf 2009 befinden. Für diesen ist das Versprechen eines Geschenkgutschein wirkungsvoller als eine langfristige steuerliche Entlastung der Bürger.

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Ein Gedanke zu “500 Euro für die Konsumgesellschaft

  1. Mich hat andererseits heute morgen die Westerwelle im Morgenmagazin genervt weil er zur _kurzfristigen_ Entlastung das Steuersystem verändert wissen wollte. Das ist eine tolle Idee, aber so ziemlich das Letzte was man kurzfristig umsetzen kann und was dann auch kurzfristig wirkt. Da ist ein Konsumgutschein schon praktischer, mit den 200EUR Eigenanteil aber Humbug, das schafft mehr Verwaltungsaufwand als der Gutschein selbst kostet. Mal abgesehen davon, dass man kaum steuern kann wer da gefördert wird. Wobei man da auch nicht vergessen darf, dass sich über eine gekaufte Wii nicht nur Nintendo sondern auch der lokale Einzelhandel freut

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