…über den Niedergang einer Volkspartei

Die Volkspartei CDU ist genauso wie die SPD dem politischen und gesellschaftlichen Wandel unterworfen. Als Wähler hatte man zu Zeiten der Bonner Republik keine große Wahl, auf der einen Seite gab es die sozialdemokratische SPD, auf der anderen Seite die bürgerliche CDU. Die FDP spielte damals das Zünglein an der Waage, entschied letztendlich durch ihre Koalition wer Bundeskanzler wurde.

Inzwischen sitzen im Berliner Reichstag 5 Parteien und die bürgerliche Mitte zwischen „der neuen Mitte“ (SPD), den linksliberalen Grünen, der „neoliberalen“ FDP und der „bürgerlichen“ Union ist heiß umkämpft. Nun gibt es Stimmen in der Union die eine politische Neuausrichtung der CDU fordern – doch ist diese Forderung politisch sinnvoll?

Die SPD wurde letztendlich vor vollendete Tatsachen gestellt, die lang ignorierte PDS hat sich – nach der Fusion mit der WASG zur Partei Die Linke – als sozialistischen Alternative links der SPD etabliert. Würde nun die Union dem politischen Wettbewerb in der Mitte entfliehen, die liberalen und christlich-sozialen Wähler den anderen Parteien überlassen – wäre dies wirklich ein Gewinn für die CDU?

Der konservative Flügel der CDU muss sich die Frage stellen ob die Aufgabe der liberalen und christlich-sozialen Grundsätze wirklich wünschenswert ist. Man muss sich nur das politische und gesellschaftliche Meinungsbild der Bevölkerung anschauen – die mehrheitlich den Sozialstaat, Mindestlöhne, und mehr staatliche Kontrolle der Wirtschaft und der Finanzwelt befürworten – um zu sehen was politisch mehrheitsfähig ist.

Gerade dieser politische Pluralismus – liberal, christlich-sozial & konservativ – zeichnet die bürgerliche Volkspartei CDU aus – eine konservative CDU wäre langfristig nur noch eine Partei mit begrenzten Wählerpotential und würde das Ende als Volkspartei bedeuten.

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