Millionärssteuer – Populismus, Neid oder unverzichtbar?

Drei Jahre ist es her, da forderte u.a. der SPD Politiker Ottmar Schreiner einen Zuschlag von 5 Prozent auf die Steuer für Einkommensmillionäre:

Man kann doch nicht ständig darüber jammern, wie schamlos sich manche Manager selbst bedienen und ihnen durch die fortgesetzte Absenkung des Spitzensteuersatzes noch Geschenke hinterherschieben.

Gestern forderte Saarpoleon Oskar I.:

„Den Reichen“ müsse es jetzt „an den Kragen“!

Man merkt, dass der Bundestagswahlkampf 2009 vor der Tür steht, Lafontaine hat mal wieder in der Ideenkiste seiner alten Partei SPD gewühlt und geht jetzt mit der Idee von Ottmar Schreiner bei der sonntäglichen Agitprop-Sendung von Anne Will hausieren. Sicher, die Gier der Banker, Spekulanten und Zockern an den Börsen hat unser Finanzsystem an den Abgrund gebracht, Banken stehen vor dem Aus, Tausende von Bankern zittern um ihren Job – den diesjährigen Bonus hat man schon abgeschrieben. Und jetzt, wo die „Millionen“ weg sind und der Staat einspringen soll (muss), wird mal wieder die „Millionärssteuer“ gefordert.

Nach dem schwarzen September 2008 wird sich die Zahl der Millionäre und insbesondere der Einkommensmillionäre deutlich verringert haben (temporär zumindest). Ob noch viele Euros zu holen sind, insbesondere wenn es wirklich zu den politisch und gesellschaftlich gewollten Schadensersatzforderungen gegen die Manager und Banker kommen wird, wage ich zu bezweifeln, aber mit solchen populistischen Forderungen kann man gerade jetzt gut auf Stimmenfang gehen.

Update: Die Notenbanken drucken Dollar, die Kurse steigen, das Zocken geht weiter…

Advertisements