Eine Nacht und ein Morgen mit einem jungen Zauberer

Das sechste Harry Potter Buch, lange erwartet und obwohl es interessant ist, hat es enttäuscht. Wieder fängt es bei den Dursleys an, auch wenn Harry schon bald ins Exil zu den Weasleys flüchtet. Der Konflikt zwischen den Death Eaters und dem Order of the Phoenix ist eskaliert, Lucius Malfoy ist inzwischen als Häftling in Azkaban während die Dementors desertierten und nun auf Seite von Voldemort das Land unsicher machen.

Auf der einen Seite versucht Rowling in dem Buch einige lose Enden zu verknüpfen indem der Leser unter anderem über die Herkunft und Jugend von Voldemort mehr erfährt. Ebenso spielt Severus Snape eine wichtige Rolle, die in mehrfacher Hinsicht auf der einen Seite überrascht und auf der anderen Seite zu erwarten war. Obwohl sich die Ereignisse langsam zu einem Höhepunkt aufbauen, so ist das Ende abzusehen. Trotzdem kommt Harry Potter and the Half-Blood Price genauso wenig zu einem Ende wie Harry Potter and the Order of the Phoenix, welche beide nur das Szenario für den siebten und letzten Teil der Harry Potter Saga.

Im Vergleich zu den ersten drei Bänden fehlt es dem neuen Buch an der Würze. Statt über Harry, seinen Freunden und deren Leben in einem Magier-Internat zu berichten schweift das Buch in die Ferne, denn das Leben auf Hogwarts verkommt zur Kulisse. Statt kurz und frisch wirkt das Buch über Strecken hin träge und es fehlt der Reiz der ersten Bücher. Der Leser wird seit The Goblet of Fire immer stärker auf das finale Ende vorbereitet, ähnlich wie in der Star Wars Saga oder Lord of the Rings.

Diese Vorbereitung ist auch der Grund für den kommerziellen Erfolg des Buches, denn der Leser interessiert es in erster Linie wie es mit dem jungen Zauberer weiter geht. Zwar weiß jeder, dass der Kampf zwischen Potter und Voldemort das Ende dieser Saga sein wird aber trotzdem schaffen es die Bücher den Leser in einer Art magischen Bann zu halten, anders kann man die Neugier auf den sechsten bzw. auch auf den letzten Teil nicht erklären. Daher ist zu erwarten, das auch der letzte Teil zumindest für die Autorin ein finanzieller Erfolg sein wird.

Advertisements