Warum Hans-Jochen Vogel die neue Linkspartei nicht versteht

Wie jeden Sonntag die abendliche Polit-Talkshow Sabine Christiansen, diesmal zum Thema: Braucht Deutschland eine neue Linke? Nicht nur die aktuelle Umbenennung der PDS in Die Linkspartei sorgte für Brisanz sondern auch das Aufeinandertreffen von Hans-Jochen Vogel und dem ehemaligen SPD-Landesvorsitzenden Ulrich Müller, der neben Oskar Lafontaine einer der prominentesten Mitglieder der WASG ist.

Neben den Äusserungen von Oskar Lafontaine über die Fremdarbeiter wurde auch das politische Programm der WASG/PDS angesprochen. Hans Jochen Vogel hat sich deutlich und kritisch zu den Wahlversprechen geäußert. Die soziale Sicherheit soll ausgebaut werden, die Sozialbeträge, die Hartz IV Zahlungen und die staatlichen Investitionen sollen erhöht werden aber wie man diese Mehrausgaben finanzieren will ? die Antwort auf diese Frage bleibt WASG/PDS schuldig.

Was passiert, wenn bei einer möglichen Neuwahl im Herbst es keine Mehrheit für Schwarz-Geld gibt? Das eine politische Notlage entstehen würde wo nur noch die große Koalition als Option offen steht, kommentiert Vogel mit Uli, ich versteh dich nicht mehr, insbesondere da er eine mögliche Koalition mit der WASG/PDS ablehnt, insbesondere aufgrund des Verhaltens der WASG und vor allem Oskar Lafontaine gegenüber der SPD. Auf die Bemerkung von Ulrich Müller, das er einer gegen alle sei, reagierte Vogel merklich kühler mit dem Zwischenruf Mein Gott, das wollten Sie ja!

Zwischen den ehemaligen Weggefährten wird es so schnell keine Annäherung geben, denn eines scheint klar zu sein. Die Mehrheit der SPD teilt die politische Auffassung der Mitglieder der WASG nicht, denn sonst wären die drei Anträge, die Müller auf dem Parteitag in Bochum nach seinen Angaben eingereicht hat, nicht abgelehnt worden.

Das politische Verhalten der Mitglieder der WASG ist nicht nur aus der Sicht von Hans-Jochen Vogel unverständlich… eines ist zumindest klar, keine Partei wird dadurch in Bewegung gesetzt, das neben ihr eine neue Partei entsteht.

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