Das kleinere Übel der großen Koalition

Gestern in der ARD-Sendung Farbe bekennen war der ehemalige SPD-Finanzminister Oskar Lafontaine zu Gast. Das Interview mit Lafontaine war meiner Meinung nach inhaltlich uninteressant, bis auf eine Aussage gegen Schluss der Sendung, wo Lafontaine die Meinung vertritt, dass eine große Koalition das kleinere Übel aus seiner Sicht sei.

Sicherlich interessant, denn waren es nicht enttäuschte SPD-Wähler und Mitglieder, die die WASG gegründet haben, aus Protest gegen die unsoziale Politik der neuen Mitte? Man kann jetzt über die Politik von Rot-Grün und den Erfolg der Reformen streiten aber wäre eine große Koalition unter Merkel für die WASG/PDS wirklich das kleinere Übel und wenn ja warum?

1. Eine große Koalition bedeutet, dass grundlegende Reformen weitergeführt und sogar verschärft werden. Auch wenn der SPD-Linken ein solcher politischer Kurs nicht gefallen würde, CDU und SPD würden im Bundestag die notwendige Mehrheit erhalten.
2. Eine große Koalition bedeutet, dass die SPD weiterhin die Reformen politisch mitträgt und somit der WASG/PDS die linke Opposition im Bundestag überlässt. Dies würde die WASG/PDS als politische Alternative weiter stärken und die Fraktion könnte sich auch als politische Heimat für die ignorierte und übergangene SPD-Linke im Bundestag erweisen.

Lafontaines Erklärung, dass die große Koalition soziale wäre als ein Schwarz-Gelbe Regierung halte ich für ein Lippenbekenntnis, denn Lafontaine liegt nicht viel an seiner ehemaligen Partei sondern für Ihn gilt es in erster Linie die WASG/PDS auf Kosten der Sozialdemokraten zu stärken.

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