Böse USA, gutes Russland?

Derzeit ist es en vogue die Vereinigten Staaten von Amerika kritisch zu betrachten und das ehemalige Feindbild Russland zu hofieren. Wladimir Wladimirowitsch Putin: der starke Mann, unter dem Russland wieder auf dem Weg zur Weltmacht ist.

Russlands Kriege

Man kann politisch geteilter Meinung sein, was die Außenpolitik der USA betrifft aber die Außenpolitik Russlands ist keinen Deut besser. Während man die Intervention der westlichen Staaten im damaligen Jugoslawien, im Irak oder in Libyen verurteilt, werden Putins militärische Interventionen geflissentlich ignoriert:

  • 1. Tschetschenienkrieg (1994 bis 1996)
  • 2. Tschetschenienkrieg (1999 bis 2009)
  • Vorstoß nach Pristina (Juni 1999)
  • Dagestankrieg (August 1999 bis September 1999)
  • Kaukasuskrieg (August 2008)
  • Annexion der Krim (März 2014)
  • Militärische Intervention in der Ukraine (seit Februar 2014)
  • Militärische Intervention in Syrien (seit September 2015)

Die NATO-Osterweiterung

In Diskussionen wird oft die NATO-Osterweiterung als Affront gegen Russland betrachtet. Hierbei wird jedoch ignoriert, dass es sich um souveräne Staaten handelt, die der NATO beigetreten sind. Kann und darf man unabhängigen Staaten eine Mitgliedschaft in der NATO verweigern? Insbesondere wenn man bedenkt, welche Erfahrungen diese Länder mit Russland beziehungsweise der damaligen Sowjetunion gemacht haben? Dass diese Ängste nicht unbegründet sind, hat die russische Annexion der Krim beziehungsweise die Intervention in der Ukraine deutlich gezeigt.

Bündnisse mit Nationalisten

Politisch spielt Putin ein doppeltes Spiel indem er rechtsextreme Parteien wie die französische Front National mit Krediten finanziert. Auch die UK Independence Party, die den EU-Austritt Großbritanniens befürwortet, wird vom Kreml unterstützt. Selbst die AfD-Jugend sucht die Nähe zu Putin.

Der Kreml unterstützt Gruppierungen und Parteien, die sich sehr deutlich gegen die europäische Einheit und gegen die NATO aussprechen. Das angeblich so antifaschistische Russland unterstützt rechtspopulistische und -extreme Parteien, die unsere Werte wie Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Wahrung der Menschenrechte ablehnen. Es geht Putin darum unsere Demokratie von innen heraus zu schwächen.

Aus diesem Grund betrachte ich die Appeasement-Politik gegenüber Russland sehr kritisch. Putin ist kein lupenreiner Demokrat sondern ein waschechter Autokrat und dass nationalistische Parteien, wie die Alternative für Deutschland, die Front National oder Lega Nord die Nähe zu Putin suchen, dürfte niemanden überraschen.

Oder um Johann Wolfgang von Goethe zu zitieren:

Sage mir, mit wem du umgehst, so sage ich dir wer du bist!

Eine Monty-Pythonesque AfD-Fraktion

In Stuttgart zog die AfD mit 23 Abgeordneten in den Landtag, doch innerparteiliche Differenzen führten zur Spaltung der Fraktion.

Viele werden sich jetzt fragen, wie sich die neue Fraktion um Jörg Meuthen in Zukunft nennen wird – wird es neben der Fraktion der Alternative für Deutschland, frei nach Monty Python, eine Fraktion der Deutschländischen Alternativen geben?

Oder treten die Abtrünnigen AfDler in Zukunft als UAfD (Unabhängige Alternative für Deutschland) auf? Eine weitere Option wäre Wahre Alternative für Deutschland oder Provisorische Alternative für Deutschland.

Vermutlich ist die Alternative für Deutschland nur eine Politsatire von Martin Sonneborn und Jan Böhmermann und wir alle – insbesondere die Wähler – sind dem Projekt der beiden Satiriker gehörig auf dem Leim gegangen.

Nobody expects the Brexit

Tag drei nach dem britischen Referendum über den Verbleib bzw. Austritt aus der Europäischen Union und langsam festigt sich das Gefühl, dass dieses Referendum eine innenpolitische Farce ist.

Bezüglich dem Referendum herrschen einige Unklarheiten, denn es ist nicht bindend sondern hat für die Regierung nur einen empfehlenden Charakter. Auch ist derzeit unklar, ob Schottland ein Veto-Recht hat. Ebenso scheint die Regierung die Zustimmung des Unterhauses zu benötigen, bevor einen Austritt nach Artikel 50 des Vertrags über die Europäische Union beantragt werden kann.

Inzwischen existiert eine Petition, die ein zweites Referendum fordert. Die notwendige Hürde von 100.000 Petenten, damit sich das britische Parlament mit dem Anliegen befassen muss, wurde bereits genommen (die die Petition endet erst in 6 Monaten).

Ich befürchte, dass den Befürwortern des Brexit erst jetzt deutlich wird, welche innen- und außenpolitische Konsequenzen ein Austritt aus der EU für Großbritannien haben wird. Das vereinigte Königreich ist gespalten: Schottland und Nordirland haben sich zur EU bekannt und durch die Gesellschaft geht ein tiefer parteiübergreifender Riss zwischen Jung und Alt, Stadt- und Landbevölkerung, Proeuropäern und Nationalisten.

Außenpolitisch verliert Großbritannien durch einen EU-Austritt an Bedeutung. Für die USA wäre Downing Street nicht mehr bevorzugter Ansprech- und Bündnispartner und auch die Commenwealth-Staaten würden sich einen neuen Partner in Europa suchen. Sollten Schottland und/oder Nordirland aus dem Vereinigten Königreich austreten, würde London weiter an geopolitischer Bedeutung verlieren. Dann stellt sich auch die Frage, mit welcher Berechtigung das Königreich von England und Wales einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat hat.

Wie geht es weiter? Weder das Europäische Parlament noch der Rat können Großbritannien zum Austritt zwingen und Boris Johnson hat bereits angekündigt, dass keine Eile besteht, die Austrittsverhandlungen nach Art. 50 EU zu beginnen. Johnson will das Referendum nutzen um für Großbritannien einen besseren Deal mit der EU auszuhandeln. Bedenkt man jedoch die Reaktionen in Brüssel, Paris, Berlin und anderen europäischen Hauptstädten, kann man davon ausgehen, das Johnson sich verspekuliert hat. Verhandlungen wird es erst dann geben, wenn Großbritannien seinen Austritt erklärt. Doch was passiert, wenn London diesen Antrag nicht stellt?

Was passiert wenn der Brexit an Schottland oder am Votum des Unterhaus scheitert? Wird es dann Neuwahlen geben, welche Parteien werden diese gewinnen und welche Konsequenzen wird dies für Großbritannien, die EU und auch Schottland, Nordirland und Gibraltar haben?

David Cameron und Boris Johnson haben aus unterschiedlichen Gründen hoch gepokert. Die erste Spiel ging an Johnson aber wer den Pot gewinnt, das weiß derzeit noch niemand.

Die selbstverschuldete Milchkrise

Mit dem Fall der Milchquote fielen auch die Milchpreise. Diese Erfahrung müssen derzeit viele Milchbauern machen. Doch die „Milchkrise“ ist letztlich eine selbstverschuldete Krise.

In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts führte die steigende Milchproduktion in der damaligen Europäischen Gemeinschaft zu „Milchseen“ und „Butterbergen“. Um den Milchmarkt zu regulieren, wurde die Milchquote eingeführt: Reduzierung der Milchmenge und somit stabile Preise für die Bauern.

Mit der Reform der EU-Agrarpolitik wurde zum 1. April 2015 die Milchquote abgeschafft. Die Bauern reagierten und investierten. Die Bauern gingen davon aus, dass ohne die Quote und Aufgrund der Nachfrage am Weltmarkt, ordentliche Gewinne und Profite möglich wären.

Überproduktion statt satte Profite

Es kam jedoch anders als viele Bauern dachten. Mit dem Ende der Quote stieg die Produktion, doch die Nachfrage blieb aus. Stattdessen sanken die Preise auf durchschnittlich 27,21 Cent pro Kg angelieferte Kuhmilch. Die Folge? Statt Profiten häuften sich die Schulden und viele Bauern stehen vor dem finanziellen Ruin. Die Milchbauern haben sich, beim Ausbau der Ställe beziehungsweise Produktionskapazitäten, verkalkuliert und sind inzwischen völlig überschuldet. 

Politisch stellt sich derzeit die Frage, ob der Steuerzahler für die Fehlspekulation der Bauern aufkommen soll oder ob diese selbstverschuldete Milchkrise genutzt wird um längst überfällige Strukturreformen durch- und umzusetzen.

Low-Input statt High-Input

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Um den Milchpreis zu stabilisieren hilft nur eine Drosselung der Produktion und dies lässt sich entweder durch die Einführung einer europaweiten Quote oder durch eine Umstellung von der Stall- auf die Weidewirtschaft realisieren.

Die Umstellung auf eine Low-Input Weidehaltung wäre eine kostengünstige und auch umweltschonende Alternative für die Milchbauern. Im Gegensatz zu einer Holstein-Friesian, die es auf bis zu 12.000 kg Milch pro Jahr bringt, sind Jersey oder ähnliche Rassen (ca. 6.000 kg Milch) für die Weidehaltung deutlich besser geeignet. Der Vorteil der Low-Input Weidewirtschaft ist, dass man auf Kraftfutter (importiertes Getreide und Soja) verzichten kann. Die Kosten pro kg Milch sinken und damit werden die Betriebe auch wieder wettbewerbsfähiger.

Zugegeben: die Milchproduktion sinkt. In Anbetracht der aktuellen Überproduktion wird die geringere Milchleistung kurzfristig durch geringere Kosten (insbesondere für Futtermittel) und mittelfristig durch höhere Milchpreise kompensiert. Nicht nur für die Landwirte, auch für die Verbraucher und letztlich für die Tiere ist ein Strukturwandel in der Milchwirtschaft dringend notwendig.

 

TTIP mal anders…

Zu TTIP habe ich auch weiterhin keine abschließende Meinung. Es gibt Gründe, die für ein solche Abkommen sprechen und es gibt gute Gründe, die gegen TTIP sprechen. Was mich jedoch stört, ist die sehr subjektive und einseitige politische und mediale Diskussion.

Mein Hauptkritikpunkt an TTIP ist die fehlende Transparenz, deshalb begrüße ich das aktuelle Leak und das Greenpeace diese unter TTIP leaks veröffentlicht hat. Meine Hoffnung: je mehr Menschen sich dies- und jenseits des Atlantics mit TTIP beschäftigen, desto sachlicher wird die Diskussion.

Während der morgendlichen Lektüre von SPON bin ich auf einen Beitrag zu den TTIP-Dokumenten gestoßen, der der Auslöser für diesen Blogbeitrag ist: „TTIP-Dokumente – die Fakten„. Für mich ist dieser Beitrag alles andere als neutral sondern pure Meinungsmache. Daher dieser Versuch TTIP bzw. die Fakten des SPON-Beitrags aus einem anderen Blickwinkel darzustellen:

Agrarindustrie 

  • Die EU verlangt, dass die Amerikaner Zölle auf Fahrzeuge senken und mehr Autos kaufen, die in Europa hergestellt werden. Im Gegenzug stellen sie der amerikanischen Agrarindustrie in Aussicht, EU-Zölle auf Agrarpodukte zu senken.

Internationale Schiedsgerichte

  • Die EU lehnt weiter private Schiedsgerichte ab, die Unternehmen anrufen können, wenn ausländische Regierugen ihr Eigentum durch nationale Gesetze bedrohen.
  • Die Europäer fordern transparente Schiedsgerichte. Verhandlungen sollen live im Internet übertragen werden und Vertreter von NGOs sollen an diesen Verhandlungen teilnehmen.
  • Die EU fordert, dass Berufungen gegen Entscheidungen von Schiedsgerichten möglich sind.

Genetisch modifizierte Organismen

  • Das bislang in den USA geltende Risikoprinzip, das beispielsweise genetisch modifizierte Pflanzen und Lebensmittel dann verbietet, wenn sie für Menschen und Umwelt nachweislich schädlich sind, steht in den Verhandlungen zur Disposition.
  • Die EU will das Risikoprinzip offenbar durch das Vorsorgeprinzip ersetzen. Dadurch dürfen in Europa genetisch modifizierte Pflanzen, deren Schädlichkeit wissenschaftlich nicht erwiesen wurde, nicht zugelassen, angebaut oder konsumiert werden, bis ihre Unschädlichkeit nachgewiesen wurde. 

Die Absicht dieses Beitrages ist es nicht, TTIP bzw die Forderungen der USA zu verteidigen. Es geht mir vielmehr darum zu zeigen, dass jede Verhandlung zwei Seiten hat und dass die Position der EU in diesen Verhandlungen vielleicht nicht so schwach ist, wie oft impliziert wird.

Ich sehe durchaus Vorteile für unsere Wirtschaft, lehne aber private Schiedsgerichte und das Risikoprinzip ab. Wenn sich die EU u.a. in diesen Punkten durchsetzt (es gibt weitere Streitpunkte, wo europäische Standards gefährdet sind), dann hab ich nichts gegen ein Freihandelsabkommen mit den USA.

Gott lebt in Brüssel…

und ist ein Arschloch!

So lässt sich die belgische Komödie „Das brandneue Testament“ von  Jaco Van Dormael am besten zusammenfassen.

Der Film handelt jedoch weniger von Gott und dem Verhältnis zu seiner Tochter, sondern von deren Rebellion gegen den Vater. Gott als Misanthropen zu betrachten ist eine Verharmlosung. Seine Tochter sieht nur noch eine Chance – sie offenbart den Menschen ihre Sterblichkeit und ergreift die Flucht …

Van Dormael hat einen skurrilen aber liebenswerten Film über Gott, seine Tochter und die Menschen inszeniert, die mit ihrem Tod konfrontiert werden. Dabei ist diese Konfrontation nicht einmal bedrohlich sondern im Gegenteil – es befreit die Menschen aus dem engen und starren Korsett der Gesellschaft.

Zwar mag der ein oder andere überzeugte Christ sich durch solche Filme in seinem Glauben angegriffen fühlen, für mich persönlich ist dieser Film jedoch religiöser und christlicher als dass, was viele Vertreter der christlichen Institutionen uns tagtäglich verkünden und predigen.

„Das brandneue Testament“ ist eine der kleinen Perlen, die das europäische Kino regelmäßig hervorbringt und ist auf jeden Fall zu empfehlen.

 

Der VW BUDD-e – weder innovativ noch alltagstauchlich

Der VW BUDD-e  ist kein wirklich neues Konzept und ohne Radnabenmotoren auch nicht wirklich innovativ. Ebenso ist die Reichweite ein Witz: 375 Kilometer nach USA/FTP 72 bzw. 533 Kilometer nach NEFZ – ein Unterschied von ca. 160 Kilometer? Wie erklären die Ingenieure von Volkswagen diese Differenz?

Zugegeben, für den Lokal- und Regionalverkehr reichen knapp 400 Kilometer Reichweite, aber die Reichweite eines modernen Benziners ist deutlich höher. Selbst ein 8 Jahre alter VW Touran mit dem 1.6 Liter Benziner hat eine deutlich höhere Reichweite als 375 Kilometer (unter Alltagsbedingungen, nicht nur nach NEFZ).

Innovativ wäre ein Benziner oder Diesel, in dem die Leichtbautechonologie des i3 von BMW effektiv umgesetzt wird. Mit optimierten Motoren, weniger Leistung (’nen S280 kam auch mit 193 PS (W140) bzw. 204 PS (W220) aus) und deutlich weniger Gewicht bleibt der klassische Verbrennungsmotor meiner Meinung nach auch in den kommenden Jahren noch eine attraktive Alternative.

Man muss nur Mut zur Innovation haben und oft ist weniger mehr, insbesondere wenn man auf diesen ganzen elektrischen Schnickschnack verzichtet.

PS: Interessanter als das Konzeptfahrzeug von VW ist der Cadilliac ELR. Der ELR ist mit ca. 1,7 Tonnen zwar zu schwer und Leichtbau würde dem Fahrzeug sicherlich gut tun, aber im Gegensatz zur VW Studie sind der ELR, der BMW i3 und i8 bereits in der Serienproduktion.

365 Days of Ricoh

Auf den ersten Blick ist mein Fotoprojekt “365 Days of Ricoh” ein Fiasko, trotzdem betrachte ich es nicht als gescheitert.

Day 122 - ColonnadeDie größte Herausforderung war es, täglich ein interessantes Motiv zu finden und zu fotografieren. Oft scheiterte es am Faktor Zeit beziehungsweise an meinem Unwillen eine kurze Pause zum Fotografieren einzulegen. Auch hat mich meine Entscheidung nur die Ricoh GR für das Projekt zu nutzen stark eingeschränkt. Die Ricoh ist ideal für die Landschafts- und Straßenfotografie aber für Konzerte oder Veranstaltungen fand ich die GR mit einer Brennweite von 18,3mm (Blende f2.8) zu weitwinklig und zu lichtschwach.

Die Vorteile der Ricoh sind ihr kompaktes und robustes Gehäuse, die sehr intuitive Bedienung und das sehr scharfe Objektiv. Gerade als Reise- und Reportagekamera fand ich die Ricoh, in Kombination mit einer Eye-Fi-Karte und dem iPad, ideal. Was mir persönlich fehlte war der Sucher, wobei ich – trotz Festbrennweite – einen elektronischen Sucher einer optischen Lösung vorziehen würde.

Bandra Station, Mumbai

Aber zurück zum Projekt; neben der Zeit war die Motivauswahl eine große Herausforderung. Ohne täglich durch die Stadt zu ziehen um neue Ecken und Objekte zu entdecken, gehen einem früher oder später die Motive aus. Doch als Berufstätiger, der 99% seiner Arbeitszeit am Schreibtisch verbringt, sind Fototouren eher selten. Auch fehlte mir oft die Zeit die Fotos zu bearbeiten und zu veröffentlichen. Inzwischen befinden sich hunderte unbearbeiteten Fotos auf meinem iPad, die seit Juni auf ihre Veröffentlichung warten. Irgendwann, vielleicht Morgen oder am Tag danach, werde ich mich hinsetzen und die Bilder bearbeiten und nachträglich auf 365 days of ricoh veröffentlichen.

AnsharparkTrotzdem hat das Projekt mir viel gebracht: die Ricoh GR beherrsche ich inzwischen fast blind, ich kenne meine fotografischen Schwächen und Stärken besser und weiß, welche Genres mich interessieren beziehungsweise welche Stilrichtungen ich in den nächsten Monaten und Jahren ausprobieren und entdecken will. Dazu gehört unter anderem die Portrait- und die Urbex-Fotografie.

Das Jahr 2016 sollte daher fotografisch interessant werden…

Chineasy

Seit meiner Kindheit fasziniert mich China. Das erste Buch, welches mir China näher brachte, war ein Buch über eine Expeditionsreise von Audi durch China. Es folgten Abenteuerromane, Reiseberichte und historische Berichte über das Reich der Mitte, bis ich 1994 die Chance nutzte und nach China reiste.

Nach dem Abitur beabsichtigte ich eigentlich irgendetwas mit Chinesisch zu studieren aber letztlich entschied ich mich für Agrarwissenschaften und im Rahmen dieses Studiums war es nicht so ohne weiteres möglich an einer anderen Fakultät Chinesischkurse zu belegen. Irgendwann, als Studium und Fechten immer mehr Zeit einforderten verblasste meine Leidenschaft für dieses exotische Land und seine Kultur. Spätestens mit dem Einstieg in das Berufsleben war China nur noch ein Land weit weg vom hier und jetzt.

Bis ich im Rahmen einer Präsentation über TED-Talks auf folgendes Video von ShaoLan Hsueh gestoßen bin, welches meine Neugier an China und seiner Sprache erneut weckte…

Ich überlege mir ernsthaft dem Chinesischen beziehungsweise mir eine neue Chance zu geben. Chineasy wäre zumindest ein interessantes Projekt für die kalte Jahreszeit.